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Forschungsgruppe Psychosomatische Rehabilitation

Die Forschungsgruppe Psychosomatische Rehabilitation ist eine Forschungseinrichtung an der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Psychosomatik der Charité in Kooperation mit der der Abteilung für psychische und psychosomatische Erkrankungen am Rehabilitationszentrum Seehof der Deutschen Rentenversicherung Verbund, Teltow/Berlin und dem Institut für Verhaltenstherapie Berlin (IVB).

Aufgabe der FPR ist die Durchführung von Forschungsprojekten zu Fragen der Art, der Verlaufscharakteristika, Klassifikation, Diagnostik, Prävention und Therapie von psychischen Langzeiterkrankungen, sowie ihrer sozialen Auswirkungen und Möglichkeiten der sozialen Integration der betroffenen Menschen.

Chronische Erkrankungen sind ein vorrangiges Problem in allen Gesundheitswesen. Es ist diesbezüglich jedoch nach Feststellung des Sachverständigenrats der Bundesregierung zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen in seinen Stellungnahmen von 2000/2001 oder 2014 klinisch eine Unter- und Fehlversorgung, sowie auch ein erheblicher Forschungsbedarf festzustellen.

Ein spezielles Problem stellen die psychischen Erkrankungen dar. Sie sind vielfach ihrer Natur nach Langzeiterkrankungen, seien es hirnorganische Störungen, Suchterkrankungen, Psychose Erkrankungen, affektive Störungen, Angststörungen oder Persönlichkeitsstörungen. Sie führen auch regelhaft zu Problemen in der Lebensbewältigung und stellen in der modernen Arbeitswelt, die vorrangig psychische Anforderungen stellt einen wesentlichen Grund für Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit dar.

Die Rehabilitation als medizinische Spezialdisziplin zur Prävention, Behandlung und sozialen Betreuung von Menschen mit chronischen Erkrankungen ist Teil eines sich ständig verändernden Gesundheits- und Sozialsystems. Erfahrungen der Akutmedizin sind nur bedingt übertragbar, weshalb es einer eigenständigen Forschung bedarf. Dies dient als Grundlage für die evidenzbasierte Weiterentwicklung der Rehabilitation.

Die Rehabilitationsforschung umfasst die patienten- und krankheitsbezogene Forschung ebenso wie die Struktur- und Versorgungsforschung. Aus dem umfassenden bio-psycho-sozialen Ansatz der Rehabilitation leitet sich die Interdisziplinarität der Reha-Wissenschaften ab. Über die Medizin hinaus arbeiten viele andere wissenschaftliche Fachgebiete zusammen (Psychologie, Sozialwissenschaften, Rechts- und Wirtschaftswissenschaften u. a.).

Die Forschungsschwerpunkte der FPR beziehen sich auf die Differentialdiagnostik (z.B. Angststörungen, Verbitterungsstörungen, Schlafstörungen, Teilleistungsstörungen, Fähigkeitsstörungen), die Therapie (z.B. Ergotherapie, Weisheitstherapie, Nebenwirkungen von Psychotherapie) und die sozialen Folgen chronischer Erkrankungen (z.B. Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit).

Dies erfolgt in Kooperation mit ambulant tätigen Ärzten und Psychotherapeuten, Rehabilitationskliniken und sonstigen medizinischen Einrichtungen, Arbeitsmedizinern und -psychologen sowie Sozialversicherungen.

Es besteht eine Anbindung an den Rehabilitationswissenschaftlichen Verbund Berlin-Brandenburg-und Mitteldeutschland  (BBMD).